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Letzter Halt Funeralopolis

Zum Film „Funeralopolis“ von Alessandro Redaelli:

Der Verlust der Sinne ist der Weg, Sinn zu finden. Auf der kleinen schmutzigen Zugtoilette das Spritzbesteck. Schnitt. Gürtel um den mageren Oberarm. Schwarzblende. Nadel hängt in einer Vene. Schwarzblende. Blutrinne am Arm. Kann man sich mit dem Wasser hier waschen? Lieber nicht. Zwischen Bresso, Sesto San Giovanni und Mailand trifft man Vash und Felce. Vash ist jünger als Felce, aufgekratzt und trägt eine Frisur, mit der er aussieht „wie ein Pilz“. Felce hat Architektur studiert. Sie machen Musik und Party und nehmen Drogen.


DOK Spotterin Helene hat nach „Funeralopolis“ diesen Text verfasst.

Irgendwann sind Felce und Vash
Irgendwo auf einer Begräbnisstätte.
Irgendjemand sagt:
Jedes Licht ein Toter
Irgendjemand sagt:
Das hat nichts mehr mit Religion zu tun.

Und Du kannst nichts tun.
Nur diesen beiden Gestalten dabei zusehen, wie sie sich systematisch selbst zerstören.
Ohne es als Zerstörung zu empfinden.

Vash empfindet sich als Musiker. Er hat so etwas wie eine Freundin.
Ob Felce überhaupt etwas empfindet ist nicht ganz klar.

Die Welt versinkt in Trostlosigkeit.
Das Bild versinkt in Ekstase.
Vash und Velce versinken mit.

Wenn Felce symbolisch sein Besteck vergräbt, fühlst Du fast so etwas wie Hoffnung.
Aber eben nur fast.
Du weißt es besser.

Für Vash ist es eine einzige große Party, er sitzt im Zug und will nicht abspringen.

Nichts davon ist schön oder sauber.
Aber manchmal fühlst Du Vashs Gefühle.
Manchmal fühlst Du Felces Gefühle und scheinst,
Nein versuchst,
Zu verstehen.

Das Verstehen verschwindet wenn Du Athos siehst,
Zerstört.

Ihr Zug fährt immer weiter.
Volle Geschwindigkeit, bremsen ausgeschlossen, das Ziel ungewiss.

Das Ziel steht fest.
Funeralopolis.

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