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Generation Kunduz

Diskriminierung von Frauen, Zensur der Nachrichten und strenge Traditionsgebundenheit – so sieht der Alltag für viele Afghanen aus.  Der Aufbau einer Demokratie scheint weiter weg, denn je. Ein afghanischer Wahlhelfer beklagt die Ängste der Bevölkerung vor freier Meinungsäußerung und die starke Manipulation der Wahlen. Martin Gerner hält diesen Alltag in seinem Dokumentarfilm „Generation Kunduz“ fest.

Der Film zeigt hauptsächlich Ausschnitte aus dem Leben Jugendlicher oder Junger Erwachsener. Da ist zum Beipsiel Mirwais, der eigentlich erst zehn Jahre alt ist, aber wie ein Erwachsener über Krieg und Frieden redet.  Oder Hasib, ein Student, der sich freie und faire Wahlen wünscht. Mittendrin versuchen Ghulam und Khatera einen Spielfilm zu drehen. Bilder einer jungen Generation, die zwischen Terroristen und NATO aufwächst und sich nach einer offenen Gesellschaft sehnt. Der Untertitel „Der Krieg der Anderen“ nimmt stark Bezug auf das durch den Film hervorgerufene Gefühl das der dortige Krieg hauptsächlich zwischen ausländischen Soldaten und den Terroristen stattfindet während die Einwohner nur Bauernopfer darstellen. Den Trailer zum Film finden Sie hier.

Insgesamt ist es ein sehr gelungener Film über die Auswirkungen des Krieges in Afghanistan auf die Zivilbevölkerung. Bewundernswert ist der Mut des Regisseurs, sich in ein Krisengebiet zu begeben, immer mit der Angst, dass im nächsten Moment eine Bombe hochgehen könnte. Doch dieser Mut hat sich ausgezahlt, die Protagonisten des Filmes und ihre Schicksale berühren die Zuschauer zutiefst.

Autoren: Lucas und Richard

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