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„Ich suche einen Helden für meinen Film“

„Was ist das Ziel des Films?“ fragt ein Passant im vorübergehen „Das weiß ich selbst nicht“ antwortet Pawel – die Frage ist nicht zu Unrecht gestellt, denn man fragt sich am Anfang des Films „Balcony Movie“ schon, was die Vorübergehenden gemeinsam haben. Zum einen passieren alle das Haus von Pawel und lassen sich auf ein Gespräch mit dem Filmenden aus der Nachbarschaft ein zum anderen teilen sie sehr viel mit einem eigentlich Fremden.

Auch thematisch wird ersichtlich, dass  alle eigentlich nur versuchen ihren eigenen Weg im Leben und in der Liebe zu finden. Dabei lernen die Zuschauer*innen verschiedenste Persönlichkeiten kennen: die aufgedrehte Diva der Nachbarschaft, die melancholische alte Dame, den anfangs Obdachlosen Robert und unzählige Weitere.

 

 

 

 

Der Film zeigt damit einen unfassbar interessanten Querschnitt durch die Bevölkerung in Warschau. Verschiedene Lebensweisen werden gezeigt und somit sehr authentisch der Wandel zu einer modernen und toleranten Gesellschaft sichtbar gemacht. Die Geschichte jedes Einzelnen wird aufgegriffen und somit eine Komposition aus Gänsehautmomenten und Lachkrämpfen geschaffen. Eingerahmt wird die Chronologie durch das Voranschreiten des Jahres, denn der Regisseur zeigt nicht nur die Gespräche mit willkürlichen Passanten, sondern nimmt das Publikum durch alle vier Jahreszeiten aus der Perspektive seines Balkons mit.

So wie die Hausmeisterin im Laufe des Jahres also den Bürgersteig von Blättern, Schnee und Schmutz befreit, räumt auch der Film mit gängigen Klischees auf und könnte kaum mehr Blickwinkel vereinen.

„Ich mache einen Film vom Balkon“ ruft Pawel. „Was ist das Thema?“ fragt der Passant.  „Das Thema ist Leben, können wir darüber reden?“  – so beginnen die meisten von Pawels Gesprächen.

Zunächst sind die Vorübergehenden verwirrt, doch im Laufe der Zeit gibt es sogar Stammgäste, die extra zu Pawel kommen, um mit ihm zu plaudern. Diese vertraute Atmosphäre und die teilweise höchst persönlichen Geschichten zeichnen diesen teils humoristischen Film aus.  Der Film sucht die ganze Zeit nach der Antwort auf die Frage „Was ist der Sinn des Lebens“, doch diese Antwort muss jeder für sich selbst finden. Der Film verrät nur so viel „Das Leben ist der Sinn“.

Autorin: Hannah

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