ArtikelFilmkritik

„The Blunder of Love“

Mit dem 84-minütigen Dokumentarfilm „The Blunder of Love“ erzählt der Regisseur Rocco di Mento einen Teil seiner eigenen Familiengeschichte.

Im Vordergrund dieser Erzählung steht seine Großmutter Attilia und der Mythos ihrer großartigen Liebe zu Constantino, dem schon verstorbenen Großvater. Dieser sollte ursprünglich mit dem Film geehrt werden, doch alles entwickelt sich etwas anders als gedacht…

Constantino, der als Schiffskapitän in aller Welt unterwegs ist, hat die Leidenschaft zu filmen und versucht so, seine Familie an seinem Leben auch über die Ferne teilhaben zu lassen.

Als Rocco di Mento die alten Filmrollen findet, öffnet er damit, ohne es zu wissen, die Büchse der Pandora. Denn mit Laufe des Films wird klar, dass der Mythos eigentlich mehr aus Verzweiflung, Angst und ungleich verteilten Gefühlen, als aus einer großartigen Liebe besteht.

Diese, auf den ersten Blick vielleicht klischeehaft wirkende, Geschichte handelt aber auch vom Überwinden des eigenen Stolzes, der Angst davor, etwas zu verlieren und der Verbindung zur eigenen Familie. So wird einem nochmal vor Augen geführt, dass Familie etwas sehr individuelles ist, aber zugleich etwas, das eigentlich jede*r hat.

Mit Hilfe der alten Filme und Briefe von Constantino an Attilia erzählt „The Blunder of Love“ die Vergangenheit der beiden auf seine ganz eigene Art und Weise. Durch die stückchenweise Erzählung der Geschichte wird sowohl eine ungewöhnliche Spannung aufgebaut, als auch genug Zeit gelassen, das eigene Familienleben zu reflektieren. So werden in vielen Familien bestimmte Strukturen bewusst und unbewusst weitergegeben und es ist gar nicht so einfach, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

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