Ferne Söhne mal ganz nah


2015 nahmen rund 43000 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge den langen und lebensgefährlichen Weg nach Deutschland auf – ganz auf sich allein gestellt und ohne Eltern. Der Dokumentarfilm Ferne Söhne von Andres Rump beschäftigt sich mit genau dieser Thematik: Im Film erzählen sechs Flüchtlinge aus Ländern wie Mali, Afghanistan und aus Gambia von ihren Erlebnissen auf der Flucht sowie von ihrem neuen Leben in Deutschland. In Schwarz-Weiß-Aufnahmen sprechen die Flüchtlinge zum Teil aus dem Off über die Ursachen ihrer Flucht wie Bürgerkrieg oder Armut und werden bei alltäglichen Aktivitäten sowie Gesprächen gefilmt. Dabei konzentriert sich Andres Rump auf statische Aufnahmen, um den Erzählungen und Gesprächen der Betroffenen noch mehr Gewicht zu geben.

Achmed, Serbesc, Majed und Nima befanden sich in einer ähnlichen Situation, denn auch sie sind (außer Majed) ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen. Schon seit über einem Jahr wohnen sie nun in Leipzig. Die vier Jugendlichen besuchten zusammen mit den DOK Spotters die Filmvorstellung von Ferne Söhne und konnten sich in einigen Situationen wiederfinden.

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Die vier Jugendlichen aus Leipzig besuchen eine DAZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) der Nachbarschaftsschule in Leipzig. In einer ähnlichen Situation befindet sich auch Biran, einer der Protagonisten aus Ferne Söhne. Im Film sehen wir, wie er mit verwirrtem Blick durch die Seiten seines Deutschhefts blättert und nicht die Aufgabe findet, die momentan von der Lehrerin behandelt wird. Auch die Leipziger DAZ-Schüler hatten am Anfang mit diesen Problemen zu kämpfen.

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Ebenso wird dem Zuschauer von Ferne Söhne ein Einblick in die Freizeit, Schule und Ausbildung der Protagonisten gewährt. Mahruf malt Ölgemälde, Sory boxt und Biran macht eine Ausbildung zum Automechaniker. Auch die vier Flüchtlinge aus Leipzig erzählen von ihrem Alltagsleben und Zukunftsplänen.

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Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im Film mögen zwar gut in Deutschland angekommen sein, sind aber ohne ihre Verwandten oftmals völlig auf sich allein gestellt. So auch Mahruf, dessen einzige Verbindung zu seiner Heimat Afghanistan die Telefonnummer seiner Eltern darstellt. Als diese von einem Tag auf den anderen nicht mehr funktioniert, stürzt Mahruf in eine Depression. Die DAZ-Schüler hatten in dieser Hinsicht  wesentlich mehr Glück.

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Autor und Interview: Johannes
Foto: Anton

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