ArtikelFotogalerieInterviewVideo

Das Alter spielt keine Rolle

Beim DOK Leipzig nicht nur Filme schauen, sondern auch hinter die Kulissen blicken, das wünschen sich viele Filmfans. Zehn Mädchen und Jungen zwischen 8 und 11 Jahren hatten beim diesjährigen Festival genau dazu die Möglichkeit. Während ihre Klassenkameraden gemütlich ausschlafen konnten, nutzten sie die ersten drei Tage ihrer Herbstferien, um in einem Workshop mehr darüber zu erfahren, wie ein Dokumentarfilm produziert wird. Sie führten Interviews mit Filmemachern und Regisseuren, fingen Kinobesucher ab und machten Straßenumfragen. Mit viel Begeisterung wechselten die Kinder die Seite und tauschten Legosteine und Nintendo gegen professionelle Kameras und Mikrofone. Ihre Mission: Am Ende der drei Tage einen eigenen Film zu machen.

Nervös waren sie dabei kaum: „Naja spannend ist es schon, aber aufgeregt bin ich nicht.“ sagte die 10-jährige Kaya aus Leipzig. Diese professionelle Einstellung kam auch bei den Interviewpartnern gut an. Der Filmemacher Mark Michel, der der Gymnasiastin Jule Rede und Antwort stehen durfte, war von der Gelassenheit der Jungen und Mädchen fasziniert:

„Das Alter spielt eigentlich wirklich keine Rolle, es macht kaum einen Unterschied, wer da vor einem sitzt, weil die Kinder sich richtig gute Fragen ausgedacht haben. Mir hat es viel Spaß gemacht, mich mit den Kindern zu unterhalten.“

Besonders spannend wurde es, als die Schüler die einmalige Chance hatten, im größten Kinosaal Leipzigs selbst einen Film aus dem Internationalen Wettbewerb zu starten. Dieser wurde ganz klassich auf 35mm-Format vom Filmprojektor abgespielt. Zum Glück waren sie dabei nicht ganz alleine. Der erfahrene Filmvorführer Marko aus dem Cinestar erklärte ihnen vorher die Technik und drückte dann ganz fest die Daumen. Und tatsächlich – alles lief wie geplant und die kleinen Filmvorführer waren stolz auf sich, als sie den dunklen Vorführraum wieder verließen.

Auch die beiden Workshopleiter Susanne Schulz (Filmemacherin) und Martin Altwein (Medienpädagoge) waren vom Mut und den Ideen ihrer neuen Kollegen ganz begeistert.

„Die Kinder sind unheimlich offen auf ihre Gesprächspartner zugegangen, egal ob sie sich vorher ganz professionell auf die Gespräche vorbereitet hatten oder ob sie wildfremde Leute auf der Straße spontan nach ihren Lieblingsfilmen gefragt haben.“

Ab sofort werden die Schüler sicherlich mit einem anderen Gefühl ins Kino gehen, denn durch ihre Einblicke wissen sie nun, wieviel Arbeit hinter der Produktion eines Filmes steckt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.